|
Bodenseekreis – Immer wieder machen schwere Unfälle auf der B 31 Schlagzeilen. Deshalb wollte der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel von der Landesregierung Genaueres zur Gefahrensituation auf der B 31 wissen – vor allem, was das Teilstück Stockach bis Überlingen angeht, wo zwischen 2005 und 2007 fünf Menschen tödlich verunglückten. Dennoch liegt aus der Sicht der Behörden und der Polizei keine „besondere Gefährlichkeit der Strecke“ vor. Im Vergleich mit anderen Straßen im Bodenseekreis zeige die „Unfallbelastung…keine Auffälligkeiten“, teilte das Innenministerium Wetzel mit. Insgesamt starben zwischen 2005 und 2007 nach Unfällen auf der B 31 zwischen Stockach und der bayrischen Landesgrenze 18 Menschen, auf der B 31 alt zwischen Nußdorf und dem Kreis Konstanz verunglückte eine Person tödlich. Die meisten Unfälle, 268, ereigneten sich auf dem Teilstück zwischen Immenstaad und der Landesgrenze. Hier verunglückten acht Menschen tödlich, 42 wurden schwer, 188 leicht verletzt. Der Sachschaden belief sich auf 1,54 Millionen Euro. Auf der Strecke Überlingen-Nußdorf bis Immenstaad/Friedrichshafen kam es im gleichen Zeitraum 2005 bis 2007 zu 138 Unfällen, fünf Menschen starben, 18 wurden schwer, 70 leicht verletzt. Der Sachschaden betrug eine Million Euro. Im Bereich B 31 neu zwischen Stockach und Überlingen starben fünf Menschen, 15 wurden schwer, 42 leicht verletzt. Der Sachschaden belief sich auf 450 000 Euro. Auf der Strecke B 31 alt zwischen Überlingen-Nußdorf und der Kreisgrenze zu Konstanz verunglückte ein Mensch tödlich, 12 wurden schwer, 65 leicht verletzt. Der Sachschaden betrug 1,16 Millionen Euro. Wetzel wollte ferner wissen, was die Behörden unternähmen, um künftig Unfälle zu vermeiden. Die Antwort von Innenminister Heribert Rech: „Schwere Zusammenstöße im Begegnungsverkehr lassen sich wirkungsvoll nur verhindern, wenn bauliche Maßnahmen getroffen werden.“ Die vorhandenen Straßenquerschnitte reichten aber nicht aus, um die Richtungsfahrstreifen durch „passive Schutzeinrichtungen“ zu trennen. Deshalb habe man als „kurzfristig realisierbare und relativ kostengünstige Sofortmaßnahme“ eine akustisch profilierte Mittelmarkierung sowie eine Agglomeratmarkierung anbringen lassen. Letztere ist eine Markierungstyp, der bei Nacht und Nässe sehr gut sichtbar sei. Nach Abschluss dieser Maßnahme, so Rech, habe sich nur noch im August 2007 ein tödlicher Unfall ereignet, „bei dem der Verkehrsteilnehmer aus nicht nachvollziehbaren Gründen nach links in den Gegenverkehr geraten war.“ Außerdem fänden an der B 31 neu regelmäßig Kontrollen und Geschwindigkeitsüberwachungen statt. „Allerdings mangelt es an geeigneten Stellen für Anhaltekontrollen“, so Rech. Auf der ganzen Strecke zwischen Friedrichshafen und der bayrischen Grenze gebe es keine einzige Möglichkeit, „Fahrzeugkontrollen mit einem verkehrserzieherischen Gespräch durchzuführen.“
|
|