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FDP-Landtagsabgeordneter fragt Regierung nach Situation und Bedarf im Bodenseekreis
Bodenseekreis – Das Land Baden-Württemberg will bis zum Schuljahr 2014/2015 ein flächendeckendes Netz von Ganztagesschulen schaffen. Das heißt, rund 40 Prozent aller öffentlichen allgemein bildenden Schulen sollen bis dann Ganztagesschulen sein. Im Bodenseekreis gibt es derzeit 23 Ganztagesschulen, davon acht private. An weiteren acht öffentlichen Schulen im Bodenseekreis genehmigte das Land zum Schuljahr 2008/2009 den Ganztagesbetrieb in offener Form. Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel hatte beim Kultusministerium zur Situation der Ganztagesschulen im Bodenseekreis nachgehakt. Denn für Wetzel sind „Ganztagesschulen mit durchdachtem pädagogischem Konzept ein wichtiges Instrument, um Bildungschancen zu verbessern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Wir brauchen mehr davon.“ Im Schuljahr 1997/98 hatte es noch zwölf Ganztagesschulen im Bodenseekreis gegeben, fünf Jahre später 13, jetzt 23. Wetzel wollte auch wissen, wie die finanzielle Förderung der Ganztagesschulen aussieht. Unter anderem strebe das Land an, „im Endausbau rund 1800 Lehrerdeputate für die Ganztagesangebote zur Verfügung zu stellen“, so die Antwort des Ministeriums. Außerdem unterstütze das Land Kommunen und freie Träger der Jugendhilfe bei Betreuungsangeboten wie der Verlässlichen Grundschule und den Ganztagesschulen und habe dafür 2008 insgesamt 37,1 Millionen Euro bereitgestellt. Ferner gewähre das Land Trägern von Horten, die eine Nachmittagsbetreuung von mindestens fünf Stunden anböten, jeweils einen Zuschuss in Höhe von 12 373 Euro. Außerdem laufe im dritten Jahr das Jugendbegleiterprogramm, für das das Land insgesamt bis zu 40 Millionen Euro ausgeben wolle. Bei diesem Programm werden ehrenamtliche Helfer, etwa in den Bereichen Sport und Musik, für Betreuung an Ganztagesschulen qualifiziert und sie erhalten eine Aufwandsentschädigung. Im Bodenseekreis seien bereits 17 Schulen im Jugendbegleiterprogramm. Das Kultusministerium verweist ferner auf das Bauförderprogramm „Chancen durch Bildung“, für das bis 2014 insgesamt 450 Millionen Euro zur Verfügung gestellt würden. Damit sollen Baumaßnahmen unterstützt werden, die dem Ganztagesschulbetrieb dienen, wie etwa der Bau von Mensen. Auch Privatschulen könnten von diesem Programm profitieren, durch das bisher sieben Schulen im Bodenseekreis gefördert wurden. Die größten Zuschüsse erhielt die Schreieneschschule in Friedrichshafen mit 467 000 Euro sowie das Gymnasium Überlingen mit 457 000 Euro. Für all die genannten Maßnahmen seien auch im Haushalt 2009 Fördermittel angemeldet, über die Fördermöglichkeiten in späteren Jahren könne man noch keine Aussage machen. Das Gleiche gilt für Wetzels Frage, welche pädagogischen Konzepte die Ganztagesschulen im Bodenseekreis am Nachmittag verfolgten: Dazu lägen dem Ministerium keine Erkenntnisse vor. Keine genaue Antwort gibt das Ministerium auch auf Wetzels Frage, wie es den künftigen Bedarf an Ganztagesschulen im Bodenseekreis sehe. Minister Helmut Rau verweist allgemein auf das Ziel der Regierung, bis in sechs Jahren landesweit 40 Prozent Ganztageseinrichtungen in jeder Schulart zu schaffen. Allerdings: „Der Schulträger stellt im Einvernehmen mit der Schule den Antrag auf Einrichtung einer Ganztagesschule. Die Landesregierung hat hierauf keinen Einfluss.“
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