|
FDP-Landtagsabgeordneter Wetzel hakt bei PC-Ausstattung an Schulen nach / Kultusministerium antwortet
Bodenseekreis – Ohne Computer geht heute nichts mehr – auch nicht beim FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Wetzel. Der Rechtsanwalt konnte sich die grundlegenden Fähigkeiten aber erst als Erwachsener mühsam aneignen. Doch je früher, desto besser, findet nicht nur Wetzel. „Jeder Computer an Schulen rechnet sich.“ Deshalb hakte er bei der Landesregierung nach, wie es an den Schulen im Bodenseekreis in punkto Ausstattung mit Computern aussieht. Nach Auskunft des Kultusministeriums arbeiten alle weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schulen mit Computern. Insgesamt sind die 86 staatlichen Schulen im Bodenseekreis mit 3111 PCs und 406 Laptops ausgerüstet. Von den 28 Grundschulen im Kreis meldeten 22, dass sie bereits mit dem Computer arbeiten. Insgesamt gibt es an den Grundschulen 249 PCs und 19 Laptops, an den zwölf Grund- und Hauptschulen 283 PCs. Und 24 Laptops. Die neun Grund-, Haupt- und Werkrealschulen sind mit 463 PCs und 73 Laptops ausgestattet, die neun Realschulen mit 323 PCs und 92 Laptops. Auf die 15 Sonderschulen kommen 205 PCs und 21 Laptops, auf die sechs Gymnasien 355 PCs und 68 Laptops. Die sieben beruflichen Schulen haben insgesamt 1233 PCs und 109 Laptops. Auf Wetzels Frage, welcher Unterricht und wie viele Schulstunden am Computer stattfänden, verweist das Ministerium eher allgemein auf die unterschiedlichen Bildungspläne. An den Grundschulen sei „Einsatz von Multimedia“ nicht ausdrücklich vorgesehen, es werde dazu aber angehalten. In der Hauptschule finde „im Sinne des fächerverbindenden Arbeitens…die Ausweisung eines isolierten medienkundlichen Unterrichts… bewusst nicht statt.“ Die Leitfunktion bei der „Berücksichtigung medienkundlicher Inhalte“ übernehme das Fach Deutsch. Jede Schule entwickle dabei ihr eigenes Konzept zur Umsetzung. Das Kultusministerium „geht davon aus, dass die Vorgaben aus den Bildungsplänen an den Schulen eingehalten werden.“ In den Realschulen finde der Unterricht in Informationstechnik insgesamt in den einzelnen Fächern und Fächerverbünden statt sowie bei der Umsetzung themenorientierter Projekte. An den Gymnasien fänden „landesweit im Rahmen der informationstechnischen Grundbildung“ über die Jahrgangsstufen 5 bis 10 hinweg verteilt, Arbeitsphasen am Computer statt. Darüber hinaus führe man in Mathematik und Technik sowie den Naturwissenschaften „Modellierungsaufgaben und Simulationen an Rechnern“ durch. In der Oberstufe gebe es das Wahlfach Informatik, und die Präsentationsprüfung für das mündliche Abitur werde ebenfalls mit Computerunterstützung vorbereitet. In den Sonderschulen setze man Computer hauptsächlich als Lern- und Übungsmedium ein. Bei Schülern mit körperlichen Beeinträchtigungen nehme der Computer zusätzlich die Stellung eines prothetischen Hilfsmittels ein. Um den „vielfältigen Anforderungen der Sonderschulen Rechnung tragen zu können“, habe man jüngst im Bodenseekreis an der Pestalozzi-Schule Markdorf eine „Sonderpädagogische Multimedia-Lernwerkstatt“ eingerichtet. Die Pestalozzi-Schule, das Kreismedienzentrum Überlingen und die die regionalen Sonderschulen „arbeiten hierbei eng zusammen und klären Fragen des Einsatzes von neuen Technologien im Unterricht.“ An den beruflichen Schulen werde der Computer in allen Bildungsgängen „in erheblichem Umfang“ eingesetzt. Auf Wetzels Frage, wie die Computer über den Unterricht hinaus verwendet werden, antwortet das Kultusministeriums, da die Schulträger für die Ausstattung verantwortlich seien, stehe es den Kommunen frei, wie sie die Rechner sonst noch nutzten, oft stelle man sie etwa für Volkshochschulkurse zur Verfügung. Etliche Schulen ermöglichten Schülern auch, vor allem im Rahmen von Ganztagesbetreuung, die Computer nach dem Unterricht zu nutzen. Es sei aber nicht bekannt, dass es Schulen gebe, die ohne Aufsicht, Schülern in ihrer Freizeit „den Zugriff auf die Computerausstattung“ erlaubten.
|
|