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Bodenseekreis – Steuersenkungen wären ein besseres Mittel gegen die Wirtschaftskrise als das derzeitige staatliche Konjunkturprogramm. Diese Ansicht teilt der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel mit führenden Vertretern der Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis. Wetzel traf sie in Friedrichshafen, weil er wissen wollte, „wo die Handwerker der Schuh drückt.“ Neben der Konjunkturflaute waren Bürokratieabbau, die Ausbildungssituation und das Problem der Schwarzarbeit Hauptthemen des Gesprächs Wetzels mit KHS-Geschäftsführer Hans Groß, mit dem Kreishandwerksmeister und Vorstandsvorsitzendem Rudolf Singer sowie mit dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Christof Binzler.
Die Gesprächspartner waren sich einig in ihrer kritischen Bewertung des Konjunkturprogramms. Die Handwerksvertreter sagten, dass die Aufträge momentan in Massen eingingen und kaum zu bewältigen seien. Wirklich problematisch seien für das Handwerk die hohen Personalkosten sowie die hohe Mehrwertsteuer. Wetzel vertrat die Ansicht, dass Steuersenkungen für alle der bessere Weg gewesen wäre: „Es ist sinnvoller, den Menschen mehr Geld in der Tasche zu lassen als anschließend über staatliche Wege wieder Wohltätigkeiten zu verteilen.“ Die FDP werde mit ihrer Forderung nach Steuersenkungen nicht locker lassen.
Außerdem, so Wetzel, setzten sich die Liberalen seit langem für die Halbierung der Mehrwertsteuersätze für Handwerkerleistungen sowie in der Gastronomie ein. „Dadurch könnte Schwarzarbeit wesentlich besser eingedämmt werden als wenn ganze Heere von Polizisten kontrollieren müssen, wo schwarzgearbeitet wird.“
Mit ihrer Forderung nach Bürokratieabbau rannten die Vertreter der Handwerkerschaft bei Wetzel offene Türen ein. Das, so Wetzel, sei eine der zentralen Forderungen der FDP in Land und Bund. Wetzel selbst kämpft seit Jahren gegen überflüssige Bürokratie. So tritt er seit zwei Jahren dafür ein, dass die Fleischbeschau, wie bereits in Bayern möglich, privatisiert wird, um dadurch Kosten und behördlichen Aufwand zu sparen.
Die Handwerksvertreter sprachen ferner den Qualitätsverlust in der Ausbildung an, der ihrer Meinung nach durch die Abschaffung des Meisterzwangs in etlichen Gewerken eingetreten sei. Aber auch die geleistete Arbeit leide darunter. Das führe teilweise zu Imageschäden für eine ganze Handwerkersparte.
Wetzel räumte ein, auch die FDP sei damals für die Abschaffung des Meisters in einigen Bereichen gewesen. Er sehe aber die Problematik. Wetzel lobte die duale Ausbildung in Deutschland. „Wir müssen darauf achten, dass diese qualitativ gute duale Ausbildung nicht darunter leidet, dass wir in einigen Sparten keine Handwerksmeister mehr haben.“
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