19.02.2010 SCHULOBSTPROGRAMM ANTWORT
Wetzel wirbt für Schulobstprogramm

EU-Projekt startet am 22. Februar – Keine Mittel aus Landeshaushalt

Bodenseekreis –
Auch wenn das Schulobstprogramm der EU am 22. Februar 2010 in Baden-Württemberg starten soll, scheint darin der Wurm zu stecken. Denn aus Kostengründen wird das Projekt, das die kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse an Schulkinder vorsieht, vielerorts madig geredet und wohl auch gar nicht umgesetzt. Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel findet das schade. „Ergebnisse aus anderen Ländern zeigen, dass das Programm gut ankommt und einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leistet. Gerade in der Obstbauregion Bodensee, der zweitwichtigsten in ganz Deutschland, sollte es doch möglich sein, mit Hilfe dieses sinnvollen Programms Kinder zu motivieren und ihnen den Einstieg in eine gesunde Ernährung zu ermöglichen.“
Viele Bundesländer jedoch machen bei dem EU-Programm gar nicht erst mit, weil von ihnen eine Kofinanzierung erwartet wird. Sie soll durch Dritte wie Schulen, Fördervereine, Eltern und Sponsoren erfolgen. Das teilt das Landwirtschaftsministerium auf die Anfrage Wetzels mit. Die EU stellt Deutschland rund 20 Millionen Euro zur Verfügung, noch einmal gleich viel müssten die Länder selbst aufbringen. Baden-Württemberg stünden im aktuellen Schuljahr 2009/2010 rund zwei Millionen Euro zur Verfügung, im Schuljahr 2010/2011 rund 2,5 Millionen Euro. Das Land ist jedoch lediglich bereit, die Kosten für pädagogische Begleitmaterialien und -maßnahmen zu übernehmen.
Wetzel hatte die Landesregierung bereits im Herbst 2009 aufgefordert, sich möglichst schnell um Sponsoren zu bemühen. Bis dato hat sich in dieser Richtung aber kaum etwas getan. Es bestehe zwar Interesse, schreibt das Ministerium vage, „allerdings sind definitive Zusagen bisher nicht erfolgt.“
Wetzel, der in diesem Punkt selbst bereits Gespräche führte, ist enttäuscht. Denn bei einem Gesamtvolumen von vier Millionen Euro könnte man, laut einer früheren Rechnung des Landwirtschaftsministeriums, im aktuellen Schuljahr zwischen 2000 und 4000 Tonnen Früchte verteilen. Man geht davon aus, dass man im Schnitt an jedes teilnehmende Schulkind pro Jahr 5,25 Kilo Gratis-Obst und -Gemüse ausgeben könnte. „Das wäre doch eine tolle Sache und eine Schande, wenn man das nicht nutzt“, so Wetzel.




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