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Allgemein:
Geräte verletzen Menschenwürde und geben keine totale Sicherheit
Friedrichshafen – Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel lehnt den Einsatz von Nacktscannern am Flughafen nach wie vor kategorisch ab. Der Einsatz dieser Geräte verletze die Menschenwürde und könne ebenfalls keine absolute Sicherheit gewährleisten, sagt Wetzel, der auch Kreisvorsitzender der FDP Bodenseekreis und Rechtspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion ist. „Es ist doch ein Riesenunterschied, ob ich kontrolliert oder schamlos durchleuchtet werde.“ Außerdem könnten auch Ganzkörperscanner nicht garantieren, dass keine gefährlichen Stoffe an Bord eines Flugzeugs geschmuggelt würden. „Man kann Sprengstoff auch schlucken oder in Körperöffnungen verbergen.“ Wetzel erinnert an einen Anschlag, der im August 2009 im saudi-arabischen Dschidda stattfand. Ein Attentäter war durch alle Kontrollen ins Büro eines saudischen Prinzen gelangt und zündete mit seinem Handy eine Bombe, die er im Körper trug und die ihn selbst zerriss. Der Prinz überlebte leicht verletzt. Wetzel: „Wir wissen doch längst, dass Fanatikern auch das eigene Leben nicht heilig ist, im Gegenteil.“ Im Fall des Anschlags von Dschidda wären Nacktscanner also völlig nutzlos gewesen, da man selbst mit diesen Geräten nicht in den Körper schauen könne. „Und was wäre dann das Nächste? Dass jeder vor jedem Flug geröntgt werden muss? Da werden aber vor allem die Vielflieger nicht begeistert sein.“
Wetzel empfiehlt, statt dass man sich völlig auf Technologie ein- und verlasse, sollte man lieber dafür sorgen, dass die Sicherheitskräfte an den Flughäfen angemessen geschult und bezahlt würden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, hatte vor wenigen Tagen kritisiert, dass Privatfirmen Personal zum Teil zu Dumpinglöhnen von unter sieben Euro die Stunde einstellten.
Wetzel: „Wenn unter Dumpinglöhnen die Sicherheit leidet, dann muss man schauen, dass man die vorhandenen Mitteln sinnvoll einsetzt.“
Wetzel stellt sich mit seiner Ablehnung von Nacktscannern auch „hundertprozentig“ hinter Alexander Hahn, den stellvertretenden Landesvorsitzenden und Sprecher der Jungen Liberalen in Überlingen, der deren Einsatz ebenfalls bereits eine Abfuhr erteilt hat.