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Die FDP/DVP im Landtag von Baden-Württemberg ist getragen von einer langen parlamentarischen Tradition.
Die FDP/DVP im Landtag von Baden-Württemberg ist getragen von einer langen parlamentarischen Tradition. Die in der Nachkriegszeit in den einst selbständigen Ländern Württemberg und Baden neu gegründete "Demokratische Volkspartei" (DVP) ist als liberale Partei 1948 in der auf Bundesebene neu entstandenen Freien Demokratischen Partei (FDP) aufgegangen. Die südwest-deutschen Liberalen firmieren auch deshalb heute noch als FDP/DVP. Unter diesem Namen gehören sie dem baden-württembergischen Landtag als Fraktion seit dessen Bestehen an.
Die FDP/DVP-Landtagsfraktion hat zur Entstehung des Landes Baden-Württemberg entscheidende Beiträge geleistet. Diese sind natürlich auch heute noch eng verbunden mit den Namen Reinhold Maier, Theodor Heuss und Wolfgang Haussmann. Die Liberalen im Landtag waren nach 1945 maßgeblich am Aufbau eines neuen demokratischen Staatswesens beteiligt. Sie stellten mit Reinhold Maier acht Jahre lang den ersten Ministerpräsidenten in einem von den US-Alliierten geschaffenen Württemberg-Baden und später in dem "fusionierten" Bundesland Baden-Württemberg. Und sie verantworteten wichtige Ressorts wie die der Finanzen, der Justiz und der Wirtschaft. In der Opposition, in der sich die FDP dreißig Jahre lang zwischen 1966 und 1996 befand, haben sich die südwestdeutschen Liberalen stets als konstruktive Kraft verstanden. Sie haben der Landespolitik viele Anstöße und Anregungen gegeben und politische Alternativen zur Regierung aufgezeigt. Eine eigenständige, deutlich profilierte liberale Politik war auch in den Jahren der Regierungsbeteiligung der FDP von 1996 bis 2001 (12. Legislaturperiode) und von 2001 bis 2006 (13. Legislaturperiode) das Motiv ihres Handelns. Diese Politik orientiert sich an klaren rechtsstaatlichen Positionen, humanitärem Gedankengut, dem Schutz von Minderheiten sowie einem eindeutigen Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft und zur Förderung des Mittelstandes. Besondere Anliegen sind ihnen Freiheit und Eigenverantwortung, Leistung und Wettbewerb. Für diese Ziele stehen die Namen weithin bekannter Fraktionsvorsitzender: Eduard Leuze, Johann Peter Brandenburg, Jürgen Morlok, Hinrich Enderlein oder Walter Döring, Ernst Pfister.
Unter Führung ihres wiedergewählten Fraktionsvorsitzenden Dr. Ulrich Noll ist die FDP/DVP-Landtagsfraktion in der 14. Legislaturperiode (2006 bis 2011) wieder an der baden-württembergischen Landesregierung beteiligt. Die Liberalen stellen nun 15 Abgeordnete. Die Liberalen verstehen sich dabei als wichtige Reformkraft. Sie sind weder Anhängsel noch Mehrheitsbeschaffer, sondern sehen sich als manövrierfähiges "Lotsenboot", das den großen, schwerfälligen "Tanker" CDU auf Kurs bringt. Zum dritten Mal hintereinander verantwortet die FDP mit dem Wirtschafts- und dem Justizministerium zwei wichtige Ressorts innerhalb des Kabinetts. Natürlich handelt es sich dabei um klassische Politikfelder der Liberalen.
Mit Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring konnten Industrie und mittelständisches Gewerbe in Baden-Württemberg auf einen verlässlichen Partner bauen. Dr. Walter Döring trat im Juli 2004 von seinem Amt zurück. Auch sein Nachfolger Ernst Pfister, der langjährige FDP/DVP-Fraktionsvorsitzende, ist Garant für eine zielgerichtete, zukunftsorientierte Industrie- und Gewerbepolitik. Wirtschaftsminister Ernst Pfister steht außerdem für eine konsequente Förderung des Mittelstandes. Ernst Pfister wurde im Juni 2006 zum zweiten Mal zum Wirtschaftsminister ernannt. Ihm zur Seite steht in der Nachfolge von Dr. Horst Mehrländer als neuer Staatssekretär mit Kabinettsrang Richard Drautz aus Heilbronn.
Auch Prof. Dr. Ulrich Goll wurde zu Beginn der 14. Legislaturperiode im Juni 2006 wieder zum Justizminister ernannt. Mit ihm verfügen die Liberalen über einen anerkannten und über die Parteigrenzen hinweg geschätzten Experten der Rechts- und Justizpolitik. In seinem Amt hat er von Anfang an enscheidende Akzente bei der Modernisierung der Justizbehörden gesetzt. Das Amt des Ausländerbeauftragten, das weiterhin vom Justizminister in Personalunion ausgeübt wird, lautet nun "Integrationsbeauftragter der Landesregierung". Zudem ist Ulrich Goll nun stellvertretender Ministerpräsident, dies war vorher Wirtschaftsminister Ernst Pfister.
Zur bürgerlich-liberalen Koalition gibt es in Baden-Württemberg derzeit keine sinnvolle Alternative. Die FDP/DVP will dieses Bündnis und sie will dessen Erfolg. Nur den wird der Wähler honorieren. Der Erfolg ist heute schon deutlich sichtbar. In sofern ist den Liberalen nicht bange: Reformkraft und parlamentarische Tradition sind in Baden-Württemberg auch weiterhin gefragt.
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